Welche Folgen hat Lichtverschmutzung auf den Menschen?
Vor 100 Jahren schliefen Menschen wesentlich mehr als in der heutigen Zeit. Der moderne Mensch lässt sich seine Zeiten jedoch nicht mehr von der Natur vorschreiben. Deshalb beleuchten wir nachts nicht nur Innenräume, sondern auch Park- und Gartenflächen, öffentliche Plätze und Straßenzüge. Das künstliche Licht macht es möglich, dass sich unser Aktivsein verlängert. Doch die immerwährende Beleuchtung kann massive Folgen für unseren Organismus haben.
Damit unser Gehirn das Hormon Melatonin ausschütten kann, ist nächtliche Dunkelheit von Nöten. Wir benötigen Melatonin, damit Müdigkeit entsteht sowie Erholungs- und Schlafphasen beginnen können. Eine essenzielle Funktion von diesem Hormon ist demnach der natürliche Verlauf des Schlafrythmus. Der Schlaf stellt eine wichtige Phase der Regeneration dar, damit wir körperlich und psychisch fit bleiben.
Im Schlaf laufen verschiedene körpereigene Reparaturmechanismen ab. Melatonin ist an unterschiedlichen Systemen der Immunabwehr beteiligt und schützt den Körper mithilfe von starken Antioxidantien. Problematisch wird es, wenn die Produktion von Melatonin durch Licht verhindert wird. Setzen wir uns zu viel und vor allem nachts künstlichem Licht aus, hat das auf Dauer gravierende Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Besonders Kunstlicht mit hohen Blauanteilen und starke Lichtintensitäten unterdrücken die wichtige Melatoninausschüttung.
Sobald der Tag- und Nachtrhythmus durch Licht gestört wird, nimmt die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit immer mehr ab. Folgende Krankheiten können auftreten, wenn unser Organismus durch Lichtverschmutzung langfristig aus dem Gleichgewicht gerät:
- Depressionen
- Schlafstörungen
- Burnout
- Diabetes
- Fettleibigkeit
- Herz- und Kreislauferkrankungen
- Alzheimer
Zudem konnten Wissenschafter nachweisen, dass in Gegenden mit starkem Lichtsmog bestimmte Krebserkrankungen vermehrt auftreten. Dazu zählt zum Beispiel Brust- und Prostatakrebs – die häufigsten Krebsarten in Industrieländern. Diese Länder produzieren auch die stärkste Lichtverschmutzung.
Durch die vermehrte Nutzung von Smartphones und die Einführung der LED-Technik wachsen neue Herausforderungen. Einerseits kann mit wenig Strom viel Licht erzeugt werden. Andererseits verführen mobile Geräte dazu, bis kurz vor dem Schlafen auf den Bildschirm zu blicken. Durch die hohen Blauanteile in diesem Licht sinkt die Melatoninausschüttung deutlich.